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Historisch - Die Friedberger Warte

An Stelle eines bereits 1350 erwähnten Wachturmes wird die Friedberger Warte im Jahre 1478 als letzte Warte der Landwehr auf dem Eulenberg gebaut.

Sie liegt am höchsten Punkt von Bornheim und ist ein Wartturm im spätgotischen Stil. Sie verfügt über einen rechteckigen Wehrhof mit Küche und Brunnenstube. Nur einmal konnte die Friedberger Warte ihren Zweck erfüllen: Im schmalkaldischen Krieg wehrten die Frankfurter 1546 dort kaiserliche Truppen ab. Im Jahre 1634 im dreißigjährigen Krieg wurden Turm und Wehrhof von umherziehenden Kroaten in Brand gesetzt. Schon drei Jahre später (1637) wurde die Friedberger Warte wieder aufgebaut. Militärische Bedeutung hatte sie seitdem nicht mehr. Vielmehr wurde sie als Zollstation, später als Feuerwache genutzt. Entsprechend waren im Süden bei Sachsen­hausen Befestigungsanlagen mit Gräben, Hecken, Zäunen und kleinen Wällen sowie die Sachsenhäuser Warte errichtet worden. Im Südosten ist die Oberräder Landwehr jüngst von der Stadt und der Regionalpark Süd-West GmbH wieder hergestellt worden. Der historische Graben, der 1441 angelegt wurde, ist sichtbar und durch einen Steg begehbar gemacht worden, so dass dieses Denkmal ohne weitere Beschädigung besichtigt werden kann.

Landwehr
Die Frankfurter Landwehr war eine den Stadtmauern von Frankfurt am Main vorgelagerte Landwehranlage, mit deren Bau Ende des 14. Jahrhunderts begonnen wurde.

Die Landwehr zog sich im Abstand von zwei Kilometern um die Stadt; sie bestand im wesentlichen aus undurchdringlichen Hecken (“Gebück”) und Gräben. Der Stadtteil Dornbusch verdankt seinen Namen der Tatsache, dass zu Verteidigungs­zwecken Dornbüsche gepflanzt wurden. An strategisch wichtigen Stellen erfolgte die Errichtung von Warttürmen.

Sie folgte im weiteren Verlauf dem Sumpfgelände vor dem Bornheimer Hang, wandte sich längs des kleinen Riederbruchs (etwa Südzipfel Ostpark) nach Osten, umschloss die Riederhöfe und traf etwa in Höhe des heutigen Osthafens auf den Main.

Geschichte
1333 gestattete Kaiser Ludwig IV. die Erweiterung der Stadt Frankfurt. Es wurde im folgenden Jahrhundert eine neue Stadtmauer errichtet und die alte Befestigung, die Staufenmauer geschleift oder überbaut. Der ernstliche Bau der neuen Stadtbefestigung begann im Jahre 1400 und dauerte bis 1428. Teil der Stadtmauer war der heute noch erhaltene Eschenheimer Turm, der heute allerdings mitten in der Frankfurter Innenstadt steht. Im Jahr 1393 beschloss der Rat der Stadt den Bau der Landwehr, der von König Wenzel gebilligt wurde. 1396 wurde mit der Anlage begonnen, deren Ausführung sich über die nächsten 150 Jahre erstreckte. Das Ziel der Landwehr war außer der militärischen Verteidigung auch die optische Abgrenzung des eigenen Gebietes insbesondere gegenüber den Grafen von Hanau, mit denen es immer wieder politische Streitigkeiten gab. Im Jahre 1476 errichtete die Stadt an der nordöstlichen Grenze der Gemeinden Bornheim und Seckbach weitere Landwehranlagen (Gräben und Hecken). So entstand die Bornheimer Landwehr, die 1478 mit dem Bau der Friedberger Warte abgeschlossen wurde. Die Born­heimer Landwehr wurde zehn Jahre später zur Bornheim-Seckbacher Landwehr ausgebaut.

Warttürme
Die Warttürme waren befestigte Beobachtungstürme und ähnelten einer kleinen Burg. Sie verfügten über einen Aussichtsturm, einen Wehrhof, über Mannschaftsgebäude, Waffenlager und Brunnen. Vom Turm aus konnte der Wächter die Umgebung beobachten und bei Gefahr die Stadt warnen, tagsüber mit Fahnen und nachts mit Fackeln. Erhalten sind vier Warttürme: die Friedberger Warte, die Sachsenhäuser Warte, die Galluswarte und die Bockenheimer Warte. In der Friedberger Warte und in der Sachsenhäuser Warte befinden sich heute Apfelweinlokale bzw. Gartenlokale, Restaurants, Gaststätte, Gasthaus, Gasthof. Die Friedberger Warte befindet sich im Nordosten von Frankfurt, die Sachsenhaüser Warte im Süden.

Empfohlen durch: JOURNAL FRANKFURT - Frankfurt geht aus! 2011.